Wie können Patienten nach Kreuzbandverletzungen, bei Aortenklappenerkrankungen und Hypertonie Sport treiben? Um diese Themen ging es bei der zweiten gemeinsamen Fachveranstaltung unseres Zentrums für Prävention und Sportmedizin der TU München (Univ.-Prof. Halle) mit der Abteilung für Sportorthopädie am Klinikum rechts der Isar (Univ.-Prof. Imhoff). Top Referenten präsentierten wissenschaftliche Erkenntnisse und stellten anschauliche Fallbeispiele aus ihrer Ambulanz vor. Den Abschluss bildete ein Talk von Prof. Halle mit Boxer Alem Begic, dem frischgebackenen Europameister des Weltverbandes IBF im Halbschwergewicht. Er schilderte, wie er sich durch unsere Untersuchungen inklusive Laktattest und Spiroergometrie sowie unsere individuellen Empfehlungen zu Training und Regeneration „enorm verbessern konnte“. „Ich war so viel fitter als zwei Monate zuvor. Ich hätte auch 15 Runden boxen können“, so Begic. Herzlichen Dank an alle Teilnehmer und Referenten für einen interessanten, unterhaltsamen und kurzweiligen Abend! Wir freuen uns schon auf die nächsten Kongresse, Symposien und Fortbildungen!

„End of sports“ oder „Back to sports“? Kreuzbandverletzungen führen in der Regel zu einem mehrmonatigen Ausfall. Wie Sportler nach einer OP optimal betreut und behandelt werden, zeigten Manuel Klose und Robert Zernicke auf. Reha basiere auf drei Säulen:
- Beweglichkeit
- Sensomotorik
- Kraft

Um Überlastungen sowie erneuten Kreuzbandverletzungen vorzubeugen, sollte keinesfalls zu früh mit einem Krafttraining begonnen werden. Es gelte der Grundatz „Stabilität vor Beweglichkeit“: Vor Beginn eines Krafttrainings müsse der statische Einbeinstand funktionieren – „der Sportler muss die Knieachse kontrollieren können“. Die Experten zeigten Beispiele und Techniken für ein Mobilitäts- und ein ganzheitliches Krafttraining (ohne Geräte) und erklärten, wie der individuelle Heilungsprozess durch Profis unterstützt werden kann.

Über „Aortenklappenerkrankungen und Sport“ sprach unser Arzt Dr. med. Michael Schindler. „Aortenklappenerkrankungen sind der häufigste angeborene Herzfehler.“ Dr. Schindler zeigte Fallbeispiele eines jungen Profi-Fußballers, eines Freizeitsportlers im mittleren Alter sowie eines ehemaligen Weltklasse-Fußballers. Um eventuelle Risiken durch körperliche Belastungen zu vermeiden, sei es entscheidend, Aortenklappenerkrankungen regelmäßig durch erfahrene Spezialisten kontrollieren zu lassen. Diese könnten auch die individuelle Sporttauglichkeit der Patienten bewerten und so die Betroffenen vor Komplikationen bewahren.

Fast jeder dritte Erwachsene hat Bluthochdruck und damit ein erhöhtes Risiko u. a. für Herzinfarkt und Schlaganfall. Wie können Betroffene Sport treiben – was müssen sie beachten? Dies erklärte unser Arzt Dr. Andé Duvinage. Am Beispiel eines 65-jährigen Patienten zeigte er, wie wichtig Lebensstiländerungen sind:
- ein regelmäßiges, moderates Ausdauertraining (ideal: 5 x 30 min/Woche, etwa zügiges Walken oder Radfahren)
- nicht Rauchen
- Salz reduzieren (Salz bindet Wasser im Körper, erhöht so das Blutvolumen und dadurch den Blutdruck)
- Übergewicht abbauen (vor allem Bauchfett reduzieren)
- Stress reduzieren

So können Betroffene eigenständig Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Das körperliche Training verbessert außerdem die Elastizität der Gefäße und bremst damit ihren Alterungsprozess. Patienten mit Bluthochdruck können Sport treiben – jedoch müssen sie ärztlich untersucht und individuell beraten werden. Da bei körperlicher Belastung der Blutdruck vorübergehend ansteigt, kann es in manchen Fällen Sinn machen, dass der Patient zunächst eine Zeit lang Medikamente nimmt, damit die Belastung abgefedert wird. Für größten Trainingsnutzen bei geringstem Risiko sind eine ärztliche Untersuchung und eine maßgeschneiderte Beratung daher für Bluthochdruck-Patienten besonders wichtig. An unserem Zentrum verschreiben wir nach einer umfassenden internistisch-sportkardiologischen Untersuchung Sport auf Rezept.

Weil unsere Patienten häufig sowohl sportkardiologische, als auch sportorthopädische Fragestellungen haben, bieten wir – die Sportkardiologen und die Sportorthopäden am Klinikum rechts der Isar – eine gemeinsame Sprechstunde an. Für eine optimale, ganzheitliche medizinische Versorgung und Betreuung unserer Patienten arbeiten wir auch darüber hinaus eng zusammen. Bei Fragen melden Sie sich gerne bei uns!

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Wir sind gerne für Sie da!

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