Studien / Senioren

 

„bestform. Sport kennt kein Alter“

„Regelmäßiges körperliches Training ist die beste Medizin, um die Lebensqualität zu erhalten“, erklärt Prof. Martin Halle, Ärztlicher Direktor unseres Zentrums. Gefördert von der Beisheim Stiftung entwickeln wir ein ganzheitliches, universal einsetzbares Bewegungsprogramm für Senioreneinrichtungen in Deutschland. Gleichzeitig möchten wir ein gesamtgesellschaftliches Umdenken bezüglich Bewegung im Alter erzeugen. Für die wissenschaftliche Studie „bestform. Sport kennt kein Alter“ suchen wir derzeit 20 Senioreneinrichtungen im S-Bahn-Einzugsgebiet mit mindestens 50 Bewohnern und einer zumindest provisorischen Fläche für fünf bis sieben Krafttrainingsgeräte. Interessierte Einrichtungen können sich ab sofort bei Projektleiterin Nina Schaller melden, unter der Telefonnummer 089 / 289 244-23 oder per Email an nina.schaller@mri.tum.de.

Linktipps:
- Film der Beisheim Stiftung
- Pressemappe 05/2019 mit Details zum Aufruf an interessierte Einrichtungen
- Pressemappe 06/2018 mit Hintergründen zu körperlichem Training für Senioren 

Stürze sind die häufigste Ursache von Hilfs- und Pflegebedürftigkeit
Ob beim Aufstehen, Gehen, Treppensteigen oder dem nächtlichen Gang zur Toilette: Fast ein Drittel der 65-Jährigen sowie die Hälfte der über 80-Jährigen stürzen jährlich mindestens einmal – das belegen gemeinsame Zahlen des Robert Koch-Instituts, des Deutschen Zentrums für Altersfragen und des Statistischen Bundesamts. Die drei Institutionen gehen von etwa fünf Millionen Stürzen älterer Menschen pro Jahr aus. Stürze sind die häufigste Ursache von Hilfs- und Pflegebedürftigkeit. „Wenn wir nicht gezielt trainieren, verlieren wir bis zum 80. Geburtstag etwa 50 Prozent unserer Muskelmasse und haben ein erhöhtes Risiko für Stürze, Brüche, Bettlägerigkeit und soziale Isolation“, erklärt Prof. Halle. „Es ist nie zu spät, um anzufangen. Selbst gebrechliche oder hochbetagte Menschen profitieren enorm von gezielter Aktivität“, betont der Präventivmediziner.

Pilotstudie hat gezeigt: „Die Trainingsmöglichkeit wird als enorme Bereicherung gesehen“
Im Vorfeld der Studie haben wir ein sechsmonatiges Pilotprojekt mit 77 Teilnehmern zwischen 75 und 104 Jahren im KWA Stift Rupertihof in Rottach-Egern und im Diakoniewerk München-Maxvorstadt durchgeführt. Prof. Halle beschreibt: „Die Trainingsmöglichkeit wird als enorme Bereicherung gesehen: Die Senioren nehmen regelmäßig und mit großer Begeisterung am Training teil und berichten über körperliche und seelische Verbesserungen. Gezielte Bewegungsangebote sind somit ein unverzichtbarer Baustein im Alltag von Senioren, um Muskelschwund, Gebrechlichkeit und auch Pflegebedürftigkeit möglichst lange entgegenzuwirken.“

20 Senioreneinrichtungen gesucht – kostenfreies, professionelles Training 
Auf Basis der wissenschaftlichen Auswertungen des Pilotprojekts führen wir eine cluster-randomisierte Längsschnittstudie mit 20 Senioreneinrichtungen und rund 500 Teilnehmern durch, die die gesundheitsfördernden Effekte des Trainingsprogramms nachweisen soll. Senioreneinrichtungen in und um München (S-Bahn-Einzugsgebiet) haben die Chance, dabei zu sein. Damit das Projekt wissenschaftlich durchgeführt werden kann, müssen die interessierten Einrichtungen bereit sein, sowohl als Trainings- oder Kontrolleinrichtung teilzunehmen. Die Zuordnung erfolgt per Los. Mit Unterstützung des Studienteams wird in den Trainingseinrichtungen zunächst ein Trainingsbereich installiert. Die Krafttrainingsgeräte sind altersangepasst und so auch für Hochbetagte einfach zu bedienen. Bewohner der Trainingseinrichtungen haben die Gelegenheit, zweimal wöchentlich kostenfrei, unter professioneller Anleitung und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ein Kraft-, Koordinations- und Ausdauertraining zu absolvieren. Das Training erstreckt sich über sechs Monate, in denen die Teilnehmer vor, während und danach internistisch und sportmedizinisch untersucht werden. Teilnehmer der Kontrolleinrichtungen erhalten bei zwei Informationsveranstaltungen Tipps zu gesundem Altern. Zusätzlich werden auch sie im Studienverlauf regelmäßig bezüglich ihrer Gesundheit und ihres Sturzrisikos untersucht. Das Projekt beginnt im Januar 2020 und läuft bis Dezember 2021. Die Kosten für Training, Geräte und Untersuchungen werden im Rahmen des Projekts übernommen.


Bildnachweis:
Jörg Urbach / KWA

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