OptimEx

Älterer Mann trainiert auf einem Ergometer

Körperliches Training ist eine effektive Methode zur Erhöhung der maximalen Sauerstoffaufnahme (peak V̇O2) bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (Heart Failure with preserved Ejection Fraction-HFpEF).

Allerdings ist bei HFpEF bisher nicht ausreichend erforscht, ob verschiedene Trainingsintensitäten unterschiedliche Effekte hervorrufen.

Ziel der OptimEx-Studie (Optimising exercise training in prevention and treatment of diastolic heart failure) war es zu überprüfen, ob hochintensives Intervalltraining (HIIT), moderates kontinuierliches Training (MCT) oder eine leitliniengerechte Empfehlung hinsichtlich körperlicher Aktivität (Kontrollgruppe) unterschiedliche Effekte auf die Veränderung der peak V̇O2 bei Patienten mit HFpEF haben.

Methodik

Es handelte es sich um eine randomisierte klinische Studie, die in 5 Zentren in Europa (Berlin, Leipzig, München, Antwerpen, Trondheim) durchgeführt wurde. Insgesamt wurden 180 Patienten mit chronischer, stabiler HFpEF in die Studie eingeschlossen und per Zufall (1:1:1, jeweils 60 Patienten pro Gruppe) zu HIIT (3x38 min/Woche), MCT (5x40 min/Woche) oder einer Kontrollgruppe (Leitliniengerechte Therapie inkl. Empfehlung zu regelmäßiger körperlicher Aktivität) zugeordnet. Die Studie dauerte 12 Monate pro Patient, wobei das per Telemedizin aufgezeichnete Training die ersten drei Monate in den Untersuchungszentren und ab Monat 4 zuhause stattfand. Hierfür wurden den Patienten Fahrradergometer zur Verfügung gestellt. Der primäre Endpunkt der Studie war die Veränderung der peak V̇O2 nach 3 Monaten. Sekundäre Endpunkte beinhalteten unter anderem die Veränderung weiterer Spiroergometrie-Parameter, Parameter der diastolischen Funktion, NT-proBNP oder Lebensqualität nach 3 und 12 Monaten.

Resultate

Die Veränderung der peak V̇O2 nach 3 Monaten betrug im Mittel +1.1 mL/kg/min in der HIIT-Gruppe, +1.6 mL/kg/min in der MCT-Gruppe und -0.6 mL/kg/min in der Kontrollgruppe. Die paarweisen Vergleiche zeigten signifikante Unterschiede zwischen der HIIT-Gruppe und der Kontrollgruppe (1.5 mL/kg/min [95% CI, 0.4 – 2.7], p=0.01) und zwischen der MCT-Gruppe und der Kontrollgruppe (2.0 mL/kg/min [95% CI, 0.9 – 3.1 mL/kg/min], p=0.001). Die Unterschiede zwischen der HIIT- und der MCT-Gruppe waren dagegen nicht signifikant (-0.4 mL/kg/min [95% CI, -1.4 – 0.6], p=0.41). Nach 12 Monaten gab es keine signifikanten Unterschiede bei der Veränderung der peak V̇O2zwischen  allen drei Gruppen (p=0.11).

Resümee

Bei Patienten mit HFpEF gab es nach 3 Monaten keinen signifikanten Unterschied in der Veränderung der peak V̇O2zwischen HIIT und MCT. Obwohl die Veränderungen im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant unterschiedlich waren, konnte keine der beiden Trainingsgruppen den vor der Studie definierten kleinsten klinisch relevanten Unterschied von 2.5 mL/min/kg gegenüber der Kontrollgruppe erreichen. Dennoch sind die mittleren Änderungen größer als in bisherigen pharmakologischen Studien. Weitere Studien müssen zeigen, ob ähnlich wie bei Patienten mit Herzinsuffizienz und reduzierter Pumpfunktion bereits geringe Veränderung der peak V̇O2 von ca. 6% einen relevanten Einfluss auf Mortalität und Hospitalisierungsrate haben.

Links

https://clinicaltrials.gov/ Publikationen

Forscherin zeigt ihre Daten

Als Forschungspartner sind wir

  • Mitgründer der Arbeitsgruppe Sportkardiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie
  • Koordinator der größten Studien weltweit zu körperlichem Training bei Herzinsuffizienz
  • Koautor in europäischen und amerikanischen kardiologischen Guidelines
  • Vorreiter zum Thema Sporttherapie bei Krebserkrankungen (v. a. Brust- und Darmkrebs)
  • Initiator von bisher vier internationalen Sport- und Krebs-Symposien
  • Gefragte Referenten auf wissenschaftlichen Kongressen und Ärztefortbildungen
  • In zahlreichen Editorial Boards, u. a. Herz, Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports, International Journal of Sports Medicine, European Journal of Preventive Cardiology

Präventive Sportmedizin
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